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22.12.2013

Arabische Schriftzeichen

Muss man Angst vor der arabischen Schrift haben?

Völlig Unberührte können sich oftmals gar nicht vorstellen, dass so etwas fremd und exotisch Aussehendes wie die arabische Schrift jemals für einen Europäer erlernbar ist. Doch man kann gar nicht oft genug betonen, dass die arabische Schrift wirklich „harmlos“ ist, auch wenn man sich an die Schreibrichtung (rechts nach links) umgewöhnen muss.
Image: arabisch.tv
Wie die europäische Schrift ist auch die arabische zunächst nichts anderes als eine Aneinanderreihung von Buchstaben, von denen jedem ein eigener Laut zugeordnet ist. Das arabische Standardalphabet mit seinen 28 Buchstaben hat zwei Buchstaben mehr als das deutsche - das wird sicher niemandem das Genick brechen. Hinzu kommt, dass die arabische Schrift eine Konsonantenschrift ist, d.h. die Vokale werden hinzugedacht oder als kleine Vokalzeichen über und unter die Buchstaben gesetzt, außer es handelt sich um lange Vokale, diese bekommen jeweils einen eigenen Buchstaben.

Man kann sogar der Meinung sein, dass die arabische Schrift leichter als die „deutsche“ Schrift ist. Denn wenn man ehrlich ist, hat das deutsche Alphabet nicht 26, sondern 49 Schriftzeichen, wenn man Groß-, Klein-, Umlaut- und Ligaturbuchstaben („ß“) zusammennimmt. Im Arabischen jedoch gibt es keine lästige Groß- und Kleinschreibung. Zwar kommen auch hier Sonderbuchstaben, Ligaturen und bei manchen Buchstaben Verformungen je nach dem ob das Wort mit dem Buchstaben beginnt, der Buchstabe im Wortinneren steht, das Wort damit endet oder der Buchstabe isoliert steht, aber eine größere Rolle spielt dies nur bei wenigen Buchstaben.

Es braucht einem also keineswegs vor der arabischen Schrift bange zu werden. Wenn man sich auf den Hosenboden setzt und eine gute Lernstrategie verfolgt, lässt sie sich theoretisch innerhalb eines einzigen Tages lernen. Da die meisten jedoch nicht in Vollzeit lernen und außerdem nicht jeder eine Anzahl von 28 Buchstaben in so kurzer Zeit ins Gedächtnis zu „prügeln“ imstande ist und daher päckchenweise vorgehen sollte, ist mit ungefähr drei Wochen zu rechnen.

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Kommentare

Axel schrieb am 2013-12-24 at 20:45:39 Uhr:

Das mit dem Erlernen der arabischen Schrift haben Sie doch stark untertrieben. Ich plage mich seit geraumer Zeit damit herum. Und es sind eigentlich 4 mal 28 Buchstaben (am Wortanfang, in der Mitte, am Ende, alleinstehend). Dazu kommen Kasra, Damma, Hamzsa, Fatha und andere Folterinstrumente ... Aber Arabisch ist so eine schöne Sprache, dass es sich dennoch lohnt, diese Quälerei auf sch zu nehmen ... Herzlichst, Axel

Mohamed schrieb am 2014-01-02 at 15:04:08 Uhr:

@Axel Ganz so unrecht haben Sie ja nicht :-) . Aber 4 mal 28 ist auch wiederum übertrieben, da sich nur eine Minderheit der Buchstaben je nach Position stark ändert. Ein paar weitere "Gemeinheiten" der deutschen Schrift sind im Artikel übrigens noch gar nicht erwähnt. Die bemerkt man, wenn man einem Kind versucht, das Lesen beizubringen und dieses überhaupt nicht nachvollziehen kann, warum die folgenden Kombinationen so gelesen werden, wie wir es als Erwachsene mittlerweile gewöhnt sind: Z.B. "sch", "ch", "ei" "ie", "eu", "äu", "ah", "ieh", "oh", "uh", "-er" etc. Ganz zu schweigen von den Unterschieden zwischen Schreib- und Druckschrift :-) .

Mohamed schrieb am 2014-01-25 at 10:59:15 Uhr:

Und wie fies erst das deutsche "ch" ist: Wird es doch in "Buch" und "lachen" ganz anders gelesen als in "Bücher" und "Gelächter", und als wäre dies nicht genug, kommt noch eine dritte, ganz andere Leseweise hinzu, nämlich die in "Fuchs" und "Chor"... Endgültig dürfte sich der Deutschlernende bei manchen deutschen "ch"-Vokabeln fremden Ursprungs die Haare raufen, denn so kommt in z.B. "Bachelor" eine vierte, in "Chef" eine fünfte und in "Versicherungspolice" eine sechste Leseweise hinzu! Schon das "c" alleine ist anfangs ein Buch mit Sieben Siegeln, man vergleiche mal "Cäsar" und "Comic"... Auch fragt sich das Kind, warum es manchmal das "s" summen darf, und manchmal nicht (siehe "Eis" und "eisig"). Und das ist noch bei weitem nicht alles :-))

Tanja Schramm schrieb am 2014-02-06 at 12:15:47 Uhr:

ich glaube sowieso, wenn man Deutsch gelernt hat (und damit meine ich richtig und mit Verständnis ;-) ) dann sollte arabisch kein Problem sein. Deutsch ist schrecklich kompliziert. Zum Lesen füge ich mal das "V" hinzu - das ja gar kein eigener Laut ist, sondern ohne für mich erkennbare Regel F oder W ersetzt (Vogel und Vor oder Vase und Votum) und das J (Junge oder Jalousie) Von den Buchstaben abgesehen, kann ich auch andere Prinzipien nicht erkennen, zum Beispiel warum es Rindbraten, aber nicht Kirschenkuchen heißt ;-) Und tatsächlich ist das arabische Alphabet nicht sooo schwer zu lernen - das man zu Beginn langsam liest, halte ich für normal - das haben wir genauso getan, als wir deutsch lesen und schreiben lernten, wir können uns nur nicht mehr daran erinnern. :-)

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