arabisch
Home
14.11.2013

Arabische Tattoos

Sprüche und Namen auf Arabisch eintätowieren – Zierde oder Bürde?

Arabisch als Verzierung kann ein toller Blickfang sein – nicht umsonst lassen sich deswegen Tausende von Menschen mit arabisch geschriebenen Worten tätowieren. Doch wie empfehlenswert sind arabische Tattoos wirklich?
Ishvara7 at en.wikipedia
Der arabischen Schrift - besonders ihren kalligraphischen Formen - wohnt mit ihrer Schönheit eine geradezu hypnotische Wirkung inne. So erstaunt es nicht, dass es immer wieder händeringende Anfragen gibt, deren Verfasser gerne etwas in arabischer Schrift geschrieben haben möchte, um damit etwas verzieren oder dekorieren zu können – besonders häufig für Tätowierungen.

Das populärste Beispiel ist vielleicht die Hollywood-Schauspielerin Angelina Jolie, die sich erst im September dieses Jahres schon das zweite arabische Tattoo hat anbringen lassen, auch andere Prominente wie der Fußballstar Zlatan Ibrahimović oder die Sängerin Rihanna sind auf diese Weise dem Reiz der arabischen Schrift erlegen.

Doch wie empfehlenswert ist ein arabisches Tattoo wirklich, abgesehen davon, dass es optisch – je nach Geschmack, ausgewählter Schriftart und Qualität der Ausführung – ein ästhetischer Blickfänger sein kann?

Mancher betont den theologisch-philosophischen Aspekt, unter welchem nicht nur arabische, sondern Tattoos allgemein auf jeden Fall zu unterlassen sind, denn wem von einem Hochverehrten ein edles Fahrzeug (hier der menschliche Körper) in die Obhut gegeben wird, der wird es sicher behutsam behandeln und von gravierenden Änderungen am hochwertigen Lack absehen. Andere verweisen auf den gesundheitlichen Aspekt: Je nach Gewissenhaftigkeit der Hygienekontrolle kann beim Tätowieren eine gewisse Infektionsgefahr bestehen (HIV, Hepatitis etc.). Daneben sind manche der eingesetzten Farbstoffe gesundheitlich bedenklich, und es wird berichtet, dass immer mehr Ärzte die Untersuchung mit dem Kernspintomographen verweigern, wenn ein Patient Tätowierungen, Piercing oder Permanent-Make-up auf der Haut trägt, weil es dabei zu Verbrennungen durch das Eisen in den Farben kommen kann.

Das bei solchen Anfragen wohl am häufigsten genannte Contra ist jedoch, dass im arabischen Kulturraum aus religiösen Gründen Tätowierungen stark stigmatisiert sind und ein Tattoo, das zusätzlich auf Arabisch geschrieben ist, von manchen vielleicht als Provokation aufgefasst werden könnte. Konkrete Vorfälle dazu wurden scheinbar aber noch nicht berichtet.

Man sieht, dass man sich einen solchen Schritt schon ziemlich gut überlegen muss. Ein guter Kompromiss angesichts aller bisher erwähnten und anderer Bedenken ist aber das Henna-Tattoo, das auch im arabisch-islamischen Kulturraum unbedenklich ist und außerdem nicht ewig anhaftet und dennoch - je nach Art der Anbringung - nicht nach der nächsten Dusche verschwunden ist.

Darüber hinaus sollte man sich vielleicht vorher mit der arabischen Sprache befassen, bevor man sich ein Tattoo gleich welcher Art anbringen lässt, damit man sich nicht der Lächerlichkeit preisgibt, denn sehr häufig wird bei den ausgewählten Vokabeln weit danebengegriffen oder eine falsche Grammatik benutzt: Oben genannte Rihanna wollte sich offenbar den folgenden Satz in die Seite stechen lassen: „In Christus liegt die Freiheit.“ Und selbst das ist nur eine Vermutung, denn wer weiß, was sie eingentlich zu sagen beabsichtigte. Herausgekommen ist jedenfalls: „Die Freiheit ist in einem (unbekannten) Messias.“ Mindestens der Artikel „al“ in „al-masîħ“ wäre hier unabdingbar gewesen, und aus Stilgründen noch das Betonungswort „innamâ“ zu Beginn des Satzes.

Das ist vergleichsweise noch ein harmloser Fehler. Aus irgendeinem Grunde - vielleicht als übler Scherz - kursierte vor Kurzem auf Englisch der Spruch „Ich schätze das Leben“ zusammen mit dem Arabischen Satz أنا معفن im Internet, so dass das eine für die Übersetzung des anderen gehalten wurde. So landete der arabische Satz als Tattoo auf der Haut des einen oder anderen, der sich für den Spruch begeisterte. Nur leider bedeutet der arabische Satz: „Ich bin verschimmelt.“

Es genügt auch nicht, eine virtuelle Arabisch-Tastatur im Internet zu benutzen und anhand der lateinischen Buchstaben zu versuchen, den Namen der Verlobten auf Arabisch zusammenzuklicken. Denn die arabische Tastenverteilung orientiert sich nicht im Geringsten an der europäischen Tastenverteilung. Selbst bei den sogenannten phonetischen Tastaturen geht es meist daneben, da im Arabischen der Umgang mit Vokalen anders als im Deutschen ist.

Gut, dass man auch das lernen kann, es ist nicht schwer - melden Sie sich einfach zu einer Gratis-Probestunde hier bei an!




Kommentare

Schreiben Sie einen Kommentar:

Name: (erforderlich)
E-Mail: (erfordl., bleibt unsichtbar)
Website:
Kommentar:
Bitte alles ankreuzen (Anti-Spam):