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07.12.2014

Das „R“ richtig rollen

Wege zum Zungen-R

Eine typische Herausforderung, mit der sich viele deutsche und französische Arabischlernende konfrontiert sehen, ist das „gerollte R“, das mit der Zungenspitze gebildet wird.
Image courtesy of arztsamui at FreeDigitalPhotos.net
Vielen können bei ihren ersten Aussprache-Versuchen gar nicht anders, als beim arabischen gerollten „R“ ihr Gaumenzäpfchen mitgurgeln zu lassen. Das hat wohl mit der Beschaffenheit des menschlichen Gehirns zu tun, das den Buchstaben „R“ Jahrzehnte lang mit nichts anderem als dem gurgelnden Gaumenzäpfchen verknüpft hat, so dass sich dieses bei so manchem fast gegen den eigenen Willen immer wieder dazwischenschaltet. Eigentlich wäre das ganze Thema nur halb so wichtig, wenn nicht ausgerechnet das Arabische parallel zum Zungenspitzen-„R“ auch das Gaumenzäpfchen-„R“ hätte, und zwar als ganz eigenen Buchstaben, der nicht mit dem anderen verwechselt werden möchte. Darum sollen in den kommenden Mailfolgen einige Tricks gegeben werden, wie man das Zungespitzen-„R“ am besten aussprechen kann. Hier schon mal einer dieser Tips: Versuchen Sie es zunächst einmal mit dem englischen Frosch-„R“ – das ist zwar nicht dasselbe, kommt jedoch an das arabische „R“ viel näher heran...

Die korrekte Aussprache des nicht mit dem Gaumenzäpfchen, sondern mit der Zunge gerollten „R“ ist im Arabischen nicht unwichtig, da sich sonst gewisse Begriffe gleich anhören, z.B. „Saghîr“ („klein“) und „sarîr“ („Bett“). Heute gibt es weitere Tricks, sich dieses Zungen-R anzueignen, diesmal aus einem Fremdsprachen-Forum im Netz:

  • Mehrmals hintereinander mit Konzentration auf die Zungenbewegung sprechen: „Die Tleppe die Treppe, die Tleppe die Treppe, ...“

  • Ganz schnell „Bdod“ sagen, dabei die Zunge locker lassen (ergibt „Brot“)

  • „Bedot“ oder „Tüdeke“ wiederholt und immer schneller sprechen (ergibt „Brot“ und „Türke“)

  • Das gleiche mit „Bduno Bdaun backte pdima bdaunes Bdot“

  • Das Gleiche mit „Gdoße gdüne Gdäser gdünen gdündlich Gdündonnerstag“

Bei den einen klappt das Erlernen des Zungen-R fast auf Anhieb, bei anderen dauert es halt ein paar Wochen fleißigen Übens – das ist kein Grund es nicht zu probieren.

Viele können das mit der Zunge gerollte „r“, wie es im Spanischen und Arabischen vorkommt, originalgetreu aussprechen, ohne sich dessen bewusst zu sein. Im Ruhrgebietsakzent wird zwar das „r“ nicht mit der Zunge gerollt, dafür aber sprechen die menschen dieser Region und anderer Regionen in Deutschland einen anderen Buchstaben so wie das gerollte Zungen-„r“. Beispielsweise hören sich „Mutter“ oder „Vater“ hier oft an wie „Mura“ oder „Vara“ an, weil die Zungenspitze die obere Zahnreihe nur streift. Und das ist eigentlich das Wesen des Zungen-Rs, nämlich eine gegen die Innenseite der oberen Zahnreihe im Luftstrom flatternde Zungenspitze. Der Tipp lautet also, „Vater“, „Mutter“ oder „Butter“ möglichst oft auf Ruhrpottdeutsch zu sprechen, um das gerollte r“ zu trainieren!




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