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06.09.2013

Lernerfolg durch Optimismus?

Motivation beim Sprachenlernen

Allenthalben hört man, wie schädlich Pessimismus sei, nicht nur für das seelische und körperliche Wohlbefinden, sondern auch für das Erreichen persönlicher Ziele. Gibt es aber auch schädlichen Optimismus?
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Zweifellos ist da etwas dran: Je pessimistischer der Mensch ab einem gewissen Grad ist, desto weniger Energie bringt er zur konsequenten Bewältigung von Herausforderungen auf, wenn er diese überhaupt annimmt. - Ist blinder Optimismus aber wirklich das allheilende Wundermittel? Ist er der gallische Zaubertrank, mit dem sich auch der letzte Römer in die Flucht schlagen lässt? Wie so oft, liegt auch hier die Wahrheit in der Mitte. Sicherlich kann man zum Überwinden einer hürdenreichen Strecke niemandem zu einem naiven Optimismus raten. Ein oberflächlicher, überzogener Optimismus kann sogar kontraproduktiv sein.

„Es wird alles ganz leicht und wie von selbst vonstatten gehen.“ Diese Haltung kann man zwar optimistisch nennen, führt aber selbstverständlich mit hoher Wahrscheinlichkeit dazu, dass man sich gehen lässt und nicht mit der nötigen Energie an seinen Zielen arbeitet. So sind Enttäuschungen vorprogrammiert, und dann kommt es drauf an: Wenn man ein Stehaufmännchen ist, geht die Sache vielleicht glimpflich aus und man wird es einfach nochmal versuchen. Der Optimismus von solchen Stehaufmännchen war in diesem Fall nur überzogen, nicht oberflächlich. Die meisten Menschen sind allenfalls in begrenztem Maße Stehaufmännchen, so dass dann dieser Optimismus oberflächlich und überzogen zu nennen wäre. Das Ergebnis ist ähnlich wie beim Pessimismus: Es wird aufgegeben, und das Selbstwertgefühl gerät in Mitleidenschaft (meist zu Unrecht).

Die Lösung liegt auf der Hand und kann nur die Alternative zu Pessimismus und oberflächlichem überzogenen Optimismus sein, nämlich ein Optimismus mit Tiefe und Realismus. Tiefe heißt hier, dass es sich nicht um einen bloßen, sporadischen Zweckoptimismus handeln darf, sondern um die Aneignung einer Grundhandlung, die auch bei größeren Rückschlägen nicht nennenswert erschüttert wird, sondern eine echte Überzeugung darstellt, dass steter Tropfen den Stein höhlt. Tatsächlich ist dies mehr als nur eine Redewendung: „Steter Tropfen höhlt den Stein.“ Und darin steckt auch schon der Realismus, ähnlich wie auch in der anderen Formulierung dieser Wahrheit: „Auch Rom wurde nicht an einem Tag erbaut.“ Auf gut Deutsch: Mit Schwierigkeiten muss ebenso fest gerechnet werden wie mit dem Erfolg.

Auf das Lernen der arabischen Sprache angewendet, lässt sich sagen: „Arabisch ist so gut lernbar, dass auch ich diese Sprache zweifellos lernen kann, aber nicht ‚mit Links’, sondern mit einer gehörigen Portion Beharrlichkeit.“

Positiver Realismus ist also angesagt. Für Pessimismus gibt es derweil keinen Grund, wie die Erfahrung mit Lernenden gezeigt hat, die z.B. trotz fortgeschrittenen Alters, geringer Sprachlernerfahrung und gewisser Widrigkeiten dennoch mit Beharrlichkeit und Fleiß erfolgreich die Sprache gelernt haben und sich keinen Kopf gemacht haben, dass sie vielleicht langsamer als andere lernten. Wenn dennoch mal das Pessimismusteufelchen tänzelnd vor den Augen erscheinen sollte, denke der/die Lernende mal an die Zeit, als sein/ihr Kenntnisstand bei Null war, und auch an andere Lernerfolge in seinem/ihrem Leben, und schon kehrt auch bei Ihnen das Bewusstsein zurück, dass Sie durchaus das Zeug zum Arabisch-Profi haben!






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