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16.06.2013

Wie lerne ich am besten Vokabeln? (3)

Teil 3: Beziehung aufbauen

Zu jedem neuen Wort eine regelrechte Beziehung aufbauen, etwa so wie zu einem Lebewesen - dabei entstehen Wahrnehmungen, die im Gedächtnis ein nützlicher Stempel für das Wort sein können, anhand dessen es schneller wieder herausgefischt werden kann.
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Ein wichtiges und sehr effektives Mittel, sich Vokabeln besser zu merken, ist, sich mit jedem einzelnen neuen Ausdruck ausgiebig zu beschäftigen. Nur allzu oft erliegt man der Illusion, man hätte den Ausdruck gelernt, wenn man sich 10 Sekunden nach dem letzten Anblick noch an ihn erinnert. In schätzungsweise 99 % der Fälle ist so ein Wort eine halbe Stunde später auf Nimmerwiedersehen aus dem Gedächtnis verschwunden. Begegnet es einem eine Woche z.B. in einem Text später noch einmal, kann es einem selbst dann vorkommen, als hätte man es nie zuvor gesehen.

Die richtige Methode ist, zu jedem neuen Wort eine regelrechte Beziehung aufzubauen. Bedeutet das zu lernende Wort etwas Positives? Freunden Sie sich dann mit dem Wort (nicht nur mit seiner Bedeutung) an, wie mit einem lebenden Wesen! Betrachten Sie es gründlich, und zwar mit einer verstärkten sympathisierenden Grundeinstellung, sprechen Sie es laut aus und schließen sie es optisch und akustisch ins Herz. Entschließen Sie sich, beim nächsten Sehen oder Hören des Wortes in ein positives Gefühl zu schalten. – Oder bedeutet es etwas Negatives? Dann verdrängen Sie es nicht, sondern schauen Sie es sich nun erst recht genau an, um in Zukunft immer gut auf der Hut vor ihm zu sein, wie vor einem Ganoven oder einem gefährlichen Tier. Zu Recht, denn Ausdrücke mit negativer Bedeutung sind insofern „gefährlich“, als dass man beim Sprechen durch sie in so manches Fettnäpfchen treten kann.

Auch unabhängig von der Bedeutung des Wortes: Ist es ein freundlich wirkendes Wort? Oder wirkt es eher grimmig? Vielleicht gruselig? Oder knuffig-süß? Verspielt? Oder zum Lachen komisch? Möglicherweise jovial oder gar arrogant? – Solcherlei Wahrnehmungen können im Gedächtnis ein nützlicher Stempel für das Wort sein, anhand dessen es schneller wieder herausgefischt oder wenigstens wiedererkannt werden kann.

Am besten sind diese Wahrnehmungen, wenn man sich zusätzlich darüber Gedanken macht, ob sie auch etwas mit der Bedeutung der Vokabel zu tun haben. Ein solcher Zusammenhang muss nicht immer gegeben sein, aber schon dieses spannende Nachdenken darüber und die damit verbundene weitere Beschäftigung mit der Vokabel gräbt sie weiter ins Gedächtnis ein. Das gilt natürlich besonders dann, wenn Sie tatsächlich Parallelen zwischen der subjektiven charakterlichen Wahrnehmung des Wortes und seiner Bedeutung erkennen.

Eine spezielle Art der Parallele zwischen äußerer Form einer Vokabel und ihrer Bedeutung ist die Lautmalerei. So einige Wörter im Arabischen (aber auch in anderen Sprachen) sind so geformt, dass sie den Vorgang, den sie beschreiben, gezielt akustisch nachahmen. Beispiele:

  • rashfah رشفة („geschlürfter Schluck“). Hier hört man förmlich, wie jemand beim Teetrinken genüsslich „RSCHFFF!“ macht.
  • rafrafa رفرف („flattern“). Beim gerollten R flattert die Zunge ohnehin wie eine Flagge, und das F erinnert an den Wind, der die Flagge flattern lässt.
  • sikkîn سكين („Messer“). Macht ihr Messer nicht auch „SSSSK“?
  • Manchmal scheint es nur so, als ob es eine gezielte Lautmalerei ist, aber das ist für diese Merktechnik völlig nebensächlich. Im Gegenteil, bilden Sie sich ruhig so oft wie möglich ein, das Wort würde etwas lautmalerisch nachahmen.

    Und wenn ein Wort unter keinem einzigen Aspekt zu seiner Bedeutung zu passen scheint: Wundern Sie sich ausgiebig darüber, das bringt auch etwas...

    Hier geht es weiter zu Teil 4






    Kommentare

    Schreibender schrieb am 2014-02-02 at 16:55:16 Uhr:

    Gute Ideen!

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